Lebensmittel retten mit „Too good to go“

Bei einem Besuch im neuen Café Grenzenlos wurde ich auf die App „Too good to go“ aufmerksam. Übersetzt heißt das soviel wie „zu gut um weggeworfen zu werden“. Aber vielleicht kommen wir erst einmal auf das Café Grenzenlos selbst zu sprechen: Es handelt sich um ein Café mit einem einzigartigen Konzept in Weiden, denn hier wird Inklusion gelebt: Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten eng zusammen.

Dieser Ort ist im wahrsten Sinne des Wortes barrierefrei: Über Altersgrenzen oder gesellschaftliche Schichten hinweg soll sich jeder Mensch willkommen fühlen. Zu finden ist das Café im Maria-Seltmann-Haus in der Hermannstr. 6 in Weiden. Die Öffnungszeiten sind: Montag bis Donnerstag 9.30 – 17.30 Uhr und Freitag 9.30 – 13 Uhr.

Man kann hier frühstücken, die Mittagspause verbringen oder selbstgemachte Kuchen und Torten genießen. Und damit die Nahrungsmittel im Interesse der Nachhaltigkeit umfassend verwertet werden, greift man auf die App „Too good to go“ zurück: Sobald Kuchen- und Tortenstücke oder herzhafte Snacks übrig bleiben, wird dieses Angebot in die App eingestellt und kann günstig erworben werden. Es handelt sich dabei immer um eine Überraschungstüte zu einem vergünstigten Preis.

Auf der Homepage von „Too good to go“ heißt es zu diesem Konzept: „Hol dir die kostenlose App und rette leckere Mahlzeiten! Du bekommst tolles Essen zu vergünstigem Preis und schonst dabei noch die Umwelt.“ Bereits 4,2 Millionen Menschen würden auf diese Weise schon Essen in Deutschland retten. Es solle eine globale Bewegung gegen Lebensmittelverschwendung entstehen.

Im Selbstversuch klappte das übrigens gut, es war kinderleicht ein Überraschungspaket zu reservieren und die Bezahlung funktionierte auch reibungslos, allerdings muss man genau auf die festgelegten Abholzeiten achten und es sind in Weiden bisher nur wenige Betriebe mit dabei: Neben dem Café Grenzenlos beteiligen sich noch die Nordsee (Hauptgerichte, Snacks), Hussel (Süßwaren) und der Real (Obst und Gemüse), Stand Oktober 2020.

Weitere Infos zum Café Grenzenlos findet man auf der Homepage und auch der Neue Tag berichtete über die Vorgeschichte und die Eröffnung im September 2020.

3 Fragen an Daniela Thoma (Betreiberin des Café Grenzenlos):

Wie entstand das Konzept als erstes Inklusionscafé?

Unsere Tochter Melanie hatte durch ihr Handicap keine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Durch den Glücksfall, dass das Café im Maria-Seltmann-Haus gerade frei wurde, entwickelten wir das Konzept eines Inklusionscafés.“

Welche Bedeutung hat für Sie Nachhaltigkeit?

Wir kochen täglich frisch, wenn möglich mit Erzeugnissen aus der Region. Uns ist Bio-Qualität, regionale Herstellung und fairer Handel wichtig.“

Welche Erfahrungen haben Sie mit der App „Too good to go“ schon gemacht?

Wir erleben eine rege Nachfrage und der Kreis der Abholer wechselt beständig. Es ist davon auszugehen, dass schon zahlreiche Menschen die App nutzen. Wäre toll, wenn noch mehr Betriebe mitmachen würden.“