Lebensmittel retten mit „Foodsharing“

Im Schnitt wirft jeder Deutsche rund 80 Kilo Lebensmittel pro Jahr weg und rund 60 Prozent der Lebensmittelabfälle fallen in privaten Haushalten an. Um dieser gewaltigen Verschwendung etwas entgegenzusetzen, wurde im Jahr 2012 „Foodsharing“ gegründet: Überschüssige Lebensmittel in privaten Haushalten sowie von kleinen und großen Betrieben sollen „gerettet“ werden. Das geschieht über eine Internetplattform und eine App.

Die Internetplattform www.foodsharing.de wird aktuell von ca. 200.000 Privatpersonen genutzt, um Lebensmittel zu teilen und abzuholen, die sonst entsorgt würden (sogenannte „Foodsharer“).

Darüber hinaus organisieren sich über 40.000 ehrenamtliche „Foodsaver“ über die Plattform: Sie holen Lebensmittel bei gewerblichen Händlern und Produzenten ab und verteilen diese. Dazu dienen offene Regale und Kühlschränke, an denen Lebensmittel geteilt werden können (sogenannte „Fair-Teiler“).

In Weiden gibt es seit 2020 eine Gruppe von mehr als 10 aktiven Lebensmittelrettern, die sich zum Ziel gesetzt haben, möglichst viele Lebensmittel vor der Tonne zu bewahren. Es gibt bereits einige Kooperationen mit örtlichen Gastronomen und Händlern. Und die Werbetrommel für neue Mitglieder wird gerade gerührt. Interessierte sind herzlich willkommen.

Lebensmittel werden momentan noch innerhalb des Foodsharing-Netzwerks weitergegeben, d.h. es gibt noch keine öffentlich zugängliche Abholstation. Erste Gespräche über einen möglichen Standort sind aber schon angelaufen. Mit wachsender Zahl von Mitgliedern, die Lebensmittel abholen, wird es auch ein wachsendes Aufkommen an verwertbaren Lebensmitteln geben, die wieder abgegeben werden.

Der Neue Tag berichtete hier bereits über die Initiative.

3 Fragen an Carolin Schiml (Foodsharing-Gründungsmitglied in Weiden):

Wie unterscheidet sich das Foodsharing von der „Tafel“?

„Bei Foodsharing werden auch Lebensmittel nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit weiterverwendet, solange ein Konsum noch ohne Bedenken möglich ist. Es geht auch nicht darum, die Lebensmittel einem bestimmten Personenkreis zu überlassen.“

Ist Foodsaving eher ein Thema in Städten als auf dem Land?

„Nein, wir sehen, dass sich Menschen sowohl in der Stadt Weiden als auch im Landkreis Neustadt engagieren, um Lebensmittel zu retten. Und man kann sich übrigens nicht nur vor Ort vernetzen: es gibt auch regionale, bundesweite und internationale Arbeitsgruppen und Veranstaltungen.“

Wie oft trifft sich die Gruppe und wie können Interessierte Kontakt aufnehmen?

„Wir treffen uns einmal monatlich. Interessierte können sich über die Internetplattform von Foodsharing anmelden. Daneben stehe ich per E-Mail für Fragen zur Verfügung unter weiden.opf@foodsharing.network